Solarenergie

Enormes Potenzial
Die Sonne bescheint die Erdoberfläche täglich mit 10'000-mal mehr Energie, als in der gleichen Zeit weltweit verbraucht wird. Das bedeutet: In einer knappen Stunde wird der Energiebedarf für die gesamte Weltbevölkerung für ein Jahr gedeckt. 

Solarstrom - Photovoltaik
Einmal installiert, produziert eine Solarstromanlage, bei geringem Wartungsaufwand, während ca. 30 Jahren zuverlässig, unerschöpflich und umweltfreundlich Strom.
Würden in der Schweiz auf den am besten besonnten Dach- und Fassadenflächen Solarmodule installiert. könnte dies gemäss einer Studie  der internationalen Energieagentur 35 Prozent des jährlichen Strombedarfs decken. Auf Grund der tages- und jahreszeitlichen schwankenden Angebots wird die Solarenergie den Energiebedarf indes nicht alleine decken können, sondern nur in Kombination mit anderen, vorzugsweise erneuerbaren Energiequellen. Dazu ist eine gezielte Bewirtschaftung der Strombezüge und der dezentralen Stromerzeugung notwendig.

Thermische Solarenergie
Zum modernen Wohnen gehört heute ebenfalls eine umweltschonende und effiziente Heizung. Mit einer Solaranlage holt man sich die Sonne direkt ins Bad und den Wohnraum. Die Versorgung ist fast zum Nulltarif über Jahre gesichert.
Der einfachste Anlagetyp liefert warme Wasser für Küche und Bad. Übers Jahr kommen bis zu 70% von der Sonne. Für einen 4-Personenhaushalt genügen ca. 5m2 Absorberfläche in Verbindung mit einem ca. 500L Warmwasserspeicher.
Eina Anlage zur Heizungsunterstützung versorgen im Frühjahr und im Herbst das Haus mit Wärme und unterstützen die Heizung im Winter. Das spart Brennstoffkosten und Emissionen. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus werden ca. 10-15m2 Absorberfläche in Verbindung mit einem  ca. 1'500L Solarspeicher. Damit können ca. 25% des Wärmebedarfs gedeckt werden (Einsparung von ca. 50 Tonnen CO2). Bei einem optimal isolierten Haus sind es bis ca. 50% Einsparung.

Quelle: Swissolar

Holzenergie

Holzenergiezentrum Toggenburg

Das Toggenburg eine Holzregion?
Holz wird hauptsächlich für die Wärmeproduktion genutzt, kann aber auch in grösseren Anlagen, sogenannten Blockheiz-Kraftwerken kombiniert zur Strom und Wärmeproduktion genutzt werden. Es gibt viele Vorteile der Holznutzung. Einerseits ist die Verbrennung CO2-neutral, da bei der Verrottung dieselben Emissionen entstünden. Ausserdem kann Holz als Energieträger problemlos in grossen Mengen gelagert und erst dann eingesetzt werden, wenn Energie benötigt wird. Die Verwertung der zum Teil nur schwach genutzten Holzbestände im Toggenburg ist nicht nur ökologisch sinnvoll sondern schafft auch Arbeitsplätze in der Region. Holzenergie toggenburg strebt eine Verdoppelung der Energieholzproduktion in den nächsten zehn Jahren an. Wir setzen uns auch für eine gute Koordination ein um Doppelspurigkeiten zu vermeiden und fördern Fernwärmeheizsysteme in Quartieren.

Feinstaub: "Wie sauber ist Holzenergie"?
Auch das Verbrennen von Holz erzeugt Feinstaub und kratzt somit am „sauberen“ Image der Holzenergie, auch wenn die Holzverbrennung nur gerade 8 Prozent zur gesamten Feinstaubbelastung beiträgt. Moderne Feuerungs- und Filteranlagen schaffen jedoch Abhilfe. Zudem hat der Bundesrat vor drei Jahren Massnahmen zur Reduktion der Feinstaubbelastung erlassen, welche auch Verbesserungen bei Holzheizungen vorsehen. Mit der sogenannten Konformitätserklärung für Klein-Holzfeuerungen wird sichergestellt, dass jedes neu installierte Gerät den gültigen Normen entspricht und die Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung eingehalten werden. Mit dem Einbau moderner Filter können die entsprechenden Grenzwerte auch bei bestehenden Anlagen eingehalten werden.

Bioenergie

Das Toggenburg, eine Bioregion?
Das Teilprojekt bioenergie arbeitet intensive daran biogene Abfallstoffe, wie sie in Kläranlagen, Bauernhöfen oder auch in Küchen vorkommen, vermehrt für die Produktion von Energie nutzen zu können. Das Ziel eine Biogasanlage im Toggenburg.
Aus biologischen Abfällen lässt sich durch gezielte Vergärung ein Erdgas ähnliches Biogas gewinnen. Mit Biogas können Gasautos oder Heizungen betrieben werden. Moderne Blockheizkraftwerke erlauben es sogar das Gas sehr effizient in Strom und Wärme umzuwandeln. Im Toggenburg setzten bereits viele Kläranlagen solche Blockheizkraftwerke ein und decken so die Hälfte ihres Energieverbrauchs mit der biogenen Energie im Abwasser. Ähnlich kann auch die Gülle in der Landwirtschaft zur Energieproduktion genutzt werden. Das durch die Milchwirtschaft geprägte Toggenburg bietet genügend Ressourcen für die Biogasproduktion.

Wasserenergie

Wasserkraftwerk Trempel

Das Toggenburg, eine Wasser Region?
Wasser gehört zu den ersten genutzten Energiequellen und trägt noch heute einen entscheidenden Anteil an unsere Stromversorgung bei. Die industrielle Entwicklung des Toggenburgs wurde stark durch die Wasserkraftnutzung geprägt und zeigt deutlich auf, welch grosses Potential darin liegt. Die Kraftwerke sind meist viele Jahrzehnte ohne jegliche Emissionen in Betrieb. Dies führt, über die ganze Lebensdauer betrachtet, zu einer sehr umweltfreundlichen und rentablen Bilanz. Die Thur ist nicht das einzige Gewässer in unserm Thal, das genutzt werden kann. Viele Bäche könnten dank ihrem grossen Gefälle einen Beitrag an die Stromproduktion leisten.

Wasser eine antike Energiequelle
Mit der Erfindung des Drehstromgenerators im 19. Jahrhundert entstanden die ersten Wasserkraftwerke in den USA und in Europa. Das Gewinnen von Strom mit Wasserkraft ist geschichtlich betrachtet eine junge Technologie. Denn der Mensch nutzt die Wasserkraft schon seit der Antike.
Die Geschichte der Wasserkraft ist mehrere Tausend Jahre alt. Bereits im ersten Jahrtausend vor Christus entstanden in der antiken Welt die ersten Schöpfräder. Sie nutzten die Strömungsenergie der Flüsse aus, um Wasser in die Höhe zu befördern und Felder zu bewässern. Einige dieser Schöpfräder aus der Römerzeit kann man heute in praktisch unveränderter Form in Syrien bestaunen. Um 250 vor Christus beschrieb ein griechischer Wissenschaftler die Übertragung des Drehmoments eines Wasserrades auf eine Eimerkette. Weitere Nutzungsformen der Wasserkraft mittels mechanischer Kraftübertragung liessen nicht lange auf sich warten: im dem ersten Jahrhundert vor Christus entstanden die ersten wasserbetriebenen Getreidemühlen. Mit der Ausbreitung des römischen Reichs verbreitete sich diese Technik in ganz Europa. Immer neuere Anwendungen kamen hinzu, so wurde Wasserkraft im Mittelalter unter anderem in Schmieden, Sägereien und Gerbereien eingesetzt.
Auch in der jüngeren Geschichte war Wasserkraft ein wichtiger Energielieferant. Im 19. Jahrhundert gab es alleine in der Schweiz rund 10‘000 Wasserräder. Ganze Fabriken bezogen mechanische Energie für ihre Maschinen über komplizierte Systeme von Transmissionsriemen aus nahegelegenen Flüssen und Bächen. Im Toggenburg war es vor allem die aufblühende Textilindustrie, aber auch Sägereibetriebe, welche sich die Wasserkraft zu Nutze machten. So verwundert es nicht, dass sich die Flusskraftwerke Trempel Krummenau und Roos Ebnat-Kappel Standorten ehemaliger Textilfabriken befinden.

Geothermie

Das Toggenburg, eine Geothermie Region?
Der glühende Kern der Erde hält den Boden in der Tiefe auf konstanten warmen Temperaturen. Wärmepumpen erlauben es dem Boden oder auch dem darin befindlichen Grundwasser diese Wärme zu entziehen und sie fürs Heizen zu nutzen. Die Technologie ist bereits sehr ausgereift und die Heizungen funktionieren zuverlässig und mit gleichem Komfort wie eine Gasheizung.
Auch im Toggenburg steht uns diese, sich ständig erneuernde Energiequelle zur Verfügung, die mit Erd- oder Grundwassersonden angezapft werden kann.

Einzel-Erdwärmesondenanlagen stellen zurzeit die gängigste Nutzungsart untiefer Geothermie in der Schweiz dar. Die Erdwärmesonde (EWS) ist ein unterirdischer Wärmetauscher und ermöglicht die Nutzung von Erdwärme in Tiefen bis 400 m. Einmal in eine Bohrung eingebracht, bildet die EWS einen geschlossenen Kreislauf und bildet den Wärmetauscher mit dem Untergrund. Sie ermöglicht die Entnahme von Erdwärme aus dem Boden, der sich zunächst leicht abkühlt und sich nach einigen Jahren auf ein relativ konstantes Gleichgewicht einstellt.

Was ist Erdwärme? PDF

Windenergie

Windrad Köbi Knus

Das Toggenburg, eine Wind Region?
Wind kann zur Stromproduktion genutzt werden und dies auf eine umweltfreundliche Weise, mit einem geringen Anteil an grauer Energie. In den letzten Jahren wurden technisch grosse Fortschritte erzielt, so dass man heute von einer ausgereiften Technik sprechen darf. Mit einem Windrad kann man auf einer kleinen Grundfläche viel Energie gewinnen, ohne dabei die Umwelt zu belasten. Das Toggenburg ist keine ausgeprägte Windregion. Heute wird die Windkraft praktisch nicht genutzt. An exponierten Stellen gäbe es jedoch einige Standorte, die genutzt werden könnten.

Auf den Spuren der Windenergie im Toggenburg
Der beliebte Wanderweg zwischen dem Chüeboden in Unterwasser und dem Gamplüt in Wildhaus wird zum Energiewanderweg. An gleich zwei Orten wird erneuerbare Energie produziert. Eine davon ist das Windrad auf dem Bauernhof von Jakob Knaus.
Wie viel Energie produziert nun das Windrad von Jakob Knaus? Das Plakat am Wanderweg liefert die Antwort: „ Wenn sich dieses Windrad eine Stunde lang bei gutem Wind dreht, kann man mit der produzierten elektrischen Energie 45 Minuten lang staubsaugen.“
Hier finden Sie Informationen zum gesamten Energieweg vom Gamplüt zur Alp Laui.